2018

Thema:

Alien{n}ation -

Entfremdete Gesellschaft.

 

1. Hauptmerkmale menschlicher Kultur:  Kooperation und Empathie

 

Wer wie die meisten Menschen der Meinung ist, dass unsere heutige Identitätsentwicklung eine Errungenschaft "großer" Zivilisationen sei, der unterliegt schlichtweg einem Irrtum. 

 

Wenn wir uns die Geschichten dieser Zivilisationen angucken und sie mit unserer heutigen modernen, kapitalistischen Gesellschaft vergleichen, können wir zwar erschreckend viele Übereinstimmungen in den psychologischen Mechanismen und sozio- ökonomischen Strukturen feststellen, allerdings waren Wettkämpfe und Kriege zum Beispiel noch nie Hauptmerkmale menschlicher Kultur!

Das belegen mitunter relativ neue Forschungsergebnisse um die Kulturgeschichte Perus, die vor knapp zwanzig Jahren ans Tageslicht kamen (Städte ohne Befestigungsanlagen wurden entdeckt, liebevoll gestaltete Kindergräber uvm.). 

 

Diese Neuentdeckungen sind ein Moment des Innehaltens wert, denn sie stellen bei aller berechtigten Kritik am heutigen (post-) modernen Menschentypus ein letztlich insgesamt positives Menschenbild in den Fokus. 

 

Und das entspricht genau dem Bild, an das ich ebenfalls glaube und weiterhin glauben möchte, wenngleich es mir angesichts der düsteren Weltgeschehnisse und aufgrund einiger Erfahrungen mit Mitmenschen ab und an sehr schwer fällt. 

 

Wer umgekehrt lieber an das Schlechte im Menschen glauben will, weil es angesichts der krassen gegenwärtigen politische Lage z.B. und schlechter persönlicher Erfahrungen einfacher und logischer scheint, der sollte sich bitte im Klaren darüber sein, dass er damit selbst auch das Schlechte im Menschen bewirkt und es als Mitglied dieser Gesellschaft zusätzlich verstärkt.

 

Wer zwar das Schlechte an menschlichen Verhaltensweisen und Einstellungen erkennt, darunter leidet, aber trotzdem motiviert ist, den Fokus auf das Gute im Menschen zu lenken und an das Gute im Menschen glaubt, bewirkt hingegen das Gute im Menschen. 

 

Das ist das, was wirklich erstrebenswert ist in der Welt. 

Das, was wir alle, und vor allem die Natur, nötig haben.

Es braucht nicht noch mehr desillusionierte Menschen.

 

Aufgeben ist was für Weicheier!  

 

 

2. Von der Entwicklung von kooperativen zu konkurrierenden

    Gesellschaften

 

Vor der Zeit des großen technischen Fortschritts, als sich das Konzept "Besitz" etablierte, waren kooperative und gemeinschaftliche Sozialbeziehungen vorherrschend. 

Sie wurden innerhalb von Gesellschaften praktiziert, die wir (post)modernen Menschen als vorkapitalistische, archaische Gesellschaften bezeichnen und sie arroganterweise noch immer als "primitiv" abtun.

Statt sie sich in vielerlei Hinsicht als Vorbild zu nehmen, belächeln wir ihre Einfachheit im Umgang mit ihrer Umwelt, was sehr bedauerlich ist...

 

Mit Eintreten des Kapitalismus' lösten sich die genannten gemeinschaftlichen Strukturen auf, und an ihre Stelle traten fatalerweise konkurrierende Gesellschaften.

 

Konkurrierende Gesellschaften zeichnen sich im Gegensatz zu kooperierenden Gemeinschaften bzw. Gesellschaften durch ein allumfassendes, unersättliches Machtdenken aus, eine Glorifizierung von Geld und Besitz und dem Wahn nach fortwährendem Wachstum materieller Güter, das künstliche Identitäten zutage fördert.

 

Hauptmerkmal dieser Gesellschaften ist das Zusammenspiel von Herrschaft und Unterdrückung. 

Die damit verknüpften Merkmale der Kosten- und Nutzenrechnung haben sich bis heute längst zu modernen Maßstäben für menschliches Verhalten etabliert: Ökonomische Aspekte zählen, die ureigenen menschlichen Bedürfnisse und ethisch-moralischen Werte hingegen nicht / so gut wie nicht.

 

Die Folge ist verheerend:

Empathieverarmung und Entfremdung der Menschen (Entfremdung = Alienation) greift weltweit immer mehr um sich. 

Ein schonungsloser Umgang mit der Natur ist die schwerwiegendste Konsequenz, die ich mit meiner Ausstellung aufzeigen will.

 

Moderne kapitalistische Werte und Ideale fördern ein hohes Sicherheitsdenken durch die Betonung und Belohnung (!) männlicher Tugenden: Erfolg, Ruhm, Wettbewerbs- und Profitdenken, Status, Perfektionsstreben. 

Es geht darum, Erfolg zu haben, der zum einem Wettbewerb mit anderen Mitmenschen und zu Anpassungszwängen führt. 

An dieser Stelle bereits beginnt der Gehorsam...

 

Gehorsamkeit erfolgt dabei aber nicht nur über Leistungsdruck, nein, die modernen Sklaven werden mittels Belohnungen gefügig gehalten, wie Aldous Huxley in seinem Werk "Brave New World" exemplarisch beschrieb.

 

Dieses moderne Regelwerk ist mittlerweile dermaßen stark in unseren Köpfen und Herzen eingepflanzt, dass es längst unsere Realitätswahrnehmung bestimmt und in den meisten von uns ein Feinddenken hervorgebracht hat.

 

Feinddenken ist von den Mächtigen gewollt, letztlich gilt es, durch Angst, Anpassung und Gehorsam die Herrschaft der Machteliten zu sichern. 

Daher ist es nicht verwunderlich, dass das Feinddenken eng mit Ängsten und Gefühlen existenzieller Bedrohung verbunden ist, das wiederum mit Versagensängsten und einem hohen Sicherheitsbedürfnis in Zusammenhang steht.

Die Kombination von (Versagens-)Ängsten und hohem Sicherheitsbedürfnis ist fatal, denn Angst lähmt die Eigenverantwortung und macht blind und anpassungsbereit einer imaginären Sicherheit gegenüber, wie sie uns der Staat zu gewährleisten verspricht. 

 

Ängste werden gesellschaftlich geschürt und in wirtschaftlich guten Zeiten dadurch in Schach gehalten, dass sich die Menschen durch Teilhabe am Konsum von Gütern als Teil der Gesellschaft erleben.

Durch die Möglichkeit des Konsums fühlen sie sich in ihrer Identität sicher und gefestigt.

Sobald aber Besitz und Konsum bedroht sind, bricht ein solches Identitätskonstrukt zusammen, und die ureigensten existenziellen Ängste treten wieder an die Oberfläche.

Daher geht ein Imageverlust meist gleichzeitig auch mit einem Identitätsverlust einher.

 

Zur Sicherung von Macht reicht es nicht aus, dass Ängste in der Bevölkerung verstärkt werden. 

Elementare (schwache) Gefühle müssen zusätzlich geschwächt werden. 

Das geschieht auf die perfide Weise, dass normal menschliche Gefühle des Leidens, Versagens, Schmerz, Trauer etc. von der modernen Gesellschaft "negativ" bewertet und mit Schwachsein / Weiblichkeit gleichgesetzt werden; andere, männliche Werte hingegen, werden belohnt.

Und wer schwach ist, wird automatisch zum Außenseiter gemacht.

Wer / was nicht passt, weil es Angst macht, wird eben, im Rahmen des Feinddenkens, im Außen bekämpft. 

Er wird von angepassten Menschen diskriminiert, weil er aus ihrer Sicht das normale Durchschnittsleben (im Hamsterrad) nicht hinkriegt und gilt somit als Loser, wird von ihnen abgekanzelt, mit den Worten, dass er sich doch nur selbst im Weg stünde, nur weil er seinen Werten treu bleibt, die eben nichts mit kapitalistischen Werten wie Wettbewerb, Statussymbolen, Geldanhäufung etc. zu tun haben... 

Solche Diskriminierungen beginnen ansatzweise bereits im Kindergarten (!). 

Das ist der ganz normale Wahnsinn in unserer Gesellschaft. 

 

 

 

3. Gesellschaft als Spiegel der Qualitäten von Eltern- Kind-Beziehungen

 

In unterdrückenden Gesellschafen herrscht immer eine vorwiegend lieblose Erziehung vor.

Zudem konnten Forscher parallel eine Ungleichheit in der gesellschaftlichen Bewertung des weiblichen und männlichen Geschlechts feststellen. 

Es handelt sich in aller Regel um männergelenkte, machtorientierte Gesellschaften, in denen Liebe und Ebenbürtigkeit zwischen den Geschlechtern fehlt.

 

Laut neueren sozialpsychologischen Studien (Erik Erikson) entspringen unsere existentiellen Ängste und unser hohes Sicherheitsbedürfnis einem Mangel an Liebe, das im Verlauf der frühen kindlichen Sozialisation kapitalistischer Gesellschaften geprägt wird.

Zur Folge hat dies eine Unterdrückung unserer empathischen Natur und die Überbetonung abstrakt-kognitiver Denkleistungen, die täglich in Kinderzimmern gelebt und im gesellschaftlichen Leben weitergeführt wird.

 

Liebesmangel in der Erziehung führt zudem zu einer ängstlichen Ausbildung der Persönlichkeit des Kindes. Somit bildet er den Grundstein für die Ängste des Kindes.

 

 

Zwar haben alle Menschen, auch diejenigen, welche als Kinder liebevoll versorgt wurden, ureigenste Ängste. Aber mithilfe eines gesund entwickelten Selbstwertes sind  diese, anders als die anderen, in der Lage, ihre Ängste zu bewältigen. 

 

Laut Erik Erikson nehmen Menschen und Völker ihren Anfang im Kinderzimmer, darum spiegelt  sich eine Gesellschaft aus Einzelnen im Prozess der Entwicklung von Kind zu Eltern wider.

Somit kann letztlich die gesamte menschliche Evolution auf die Gesamtheit an Beziehungsqualitäten zwischen Mutter, Vater und ihrem Kind zurückgeführt werden. 

 

Eine lieblose Erziehung bzw. eine Verzerrung der Liebe wird meist durch die Mutter als Hauptbezugsperson weitergegeben. 

(Thema: Muttervergiftung, Narzissmus)

Die Mutter ist eigentliches Opfer der männlichen Werte von Herrschen, Erfolg, Größe, und sie ist gleichzeitig Täterin, wenn sie unreflektiert diese Werte übernimmt. 

Ihre Generierung des modernen und somit künstlichen Selbstwertes beruht auf der Ausbeutung ihres Kindes.

 

Muttervergiftung ist nichts anderes als ein anderer Ausdruck für eine Narzisstische Persönlichkeitsstörung. 

Sie hat ihren Ursprung in lieblosen Eltern-Kindbeziehungen. 

Die einzelne kindliche seelische Entwicklung hat Auswirkung auf die Seele der gesamten menschlichen Gesellschaft weltweit (!).

Diese Sichtweise entspricht H.-J. Maaz' Bezeichnung unserer modernen Gesellschaft als einer narzisstischen Gesellschaft. 

 

Da der Mensch nie nur ein Einzelner sondern immer auch soziales Wesen in einem sozialen Gefüge, das ihn prägt und das er umgekehrt mit gestaltet, wirkt er auf die Gesellschaft wiederum ein, je nachdem, wie sich seine Sozialisation entwickelt und wie er selbst darauf Einfluss nimmt! 

Darin besteht sowohl eine Gefahr als auch eine Chance, sowohl für den einzelnen als auch für die Gesellschaft. 

Deswegen kommt der Erziehungsaufgabe von Eltern, v.a. der Mütter, eine enorme Bedeutung zu, gerade in unseren modernen Gesellschaften, in denen, wie erwähnt, vorwiegend lieblose Erziehungsmuster die Eltern-Kind-Beziehung prägen.

 

Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass nur 30 % unserer modernen Gesellschaft eine liebevolle Erziehung genossen haben, 40 % eine Mischung. (Dicks, Fromm, Milgram)

Meist sind die Beziehungen konkurrierender Gesellschaften zwischen Eltern und Kindern sogar von Angst und Terror geprägt. 

 

Die weitverbreitete (mitunter von Pädagogen und Psychologen gestreute) Aussage, Eltern lieben im allgemeinen ihr Kind, ist mehrheitlich eine (gesellschaftliche) Idealisierung; 

ebenso wie die Geschichte von einer glücklichen, unbeschwerten Kindheit beruht sie meist auf Verdrängung und Idealisierung - der Idealisierung eines (erwachsenen) Kindes, das die narzisstische Zufuhr (keine Liebe!) seiner Mutter erfahren hat, es für Liebe hält und sein Erleben tragischerweise unreflektiert weiter in die Gesellschaft und in die nächste Generation trägt. 

 

 

Was passiert in nicht liebevollen Familien? 

Welche entfremdenden Prozesse spielen sich dort ab?

 

Gesellschaftlich als "negative" Gefühle oder Gefühle der "Schwäche" zugeschriebenen Emotionen wie Wut und Hass darf das Kind nicht gegenüber seinen Eltern ausagieren. Denn dieses Verhalten wird in aller  Regel nicht akzeptiert, zumindest nicht im öffentlichen Rahmen. 

Statt z.B. seine Wut gegenüber den Eltern frei auszuleben, wird das Gefühl beim Kind internalisiert. 

Da das Gefühl (Wut) nicht herausgelassen werden darf, wird es in Konsequenz vom Kind unbewusst gegen sich selbst gerichtet bzw. abgewehrt.

 

So läuft das mit allen Gefühlen, die aus sozialer Sicht mit Schwäche assoziiert werden:

Diejenigen kindlichen Gefühle, die die Eltern in Bezugnahme auf selbst internalisierte gesellschaftliche Werte als schlecht oder als Schwäche bewerten, interpretiert das Kind selbst als negativ bzw. als Schwäche und projiziert es auf andere "Schwache" und auf solche, die diesen Mechanismus erkennen und helfen wollen. 

 

Die Verneinung des Gefühls von Schmerz ist tragischerweise Basis für aggressives Verhalten. 

Es entsteht durch Leugnung (von Teilen) seines Selbst ein labiles Selbstwert, das durch Machtgefühle, Aggression, Hass etc. aufgewertet wird. Das Kind verbleibt tragischer Weise mit lauter Selbstzweifeln.

 

Es gibt folgende Arten und Wege der Sublimation und Umlenkung dieser Gefühle:

 

Diese werden mit Machtstreben sublimiert in Form von Ehrgeiz, Ambition, Wettbewerb. Das ist wegen des vorherrschenden männlichen Identifikationsmodells gesellschaftlich voll akzeptiert .  

Oder sie werden umgelenkt in Gewalt gegenüber Randgruppen. Das wird gesellschaftlich-öffentlich zwar nicht akzeptiert aber zumindest toleriert.

Oder, sie bewirken ein gegenteiligen Verhalten von Aufgabe, Resignation, Anpassung an die Eltern und Unterwürfigkeit. Die eigenen Bedürfnisse, das eigene Selbst, das Leid, der Schmerz... wird weiter verdrängt, abgespalten (verleugnet).  

Die schlimme Tragik für das Kind / den Heranwachsenden / den empathisch unreifen Erwachsenen ist: 

 

Wenn es sich gegen die Form der falschen Liebe wehrt, aber trotzdem  

eng an den Versorgenden gebunden bleibt, findet er nur auf 

selbstdestruktivem Weg die Möglichkeit, seinen Widerwillen   

auszudrücken (z.B. über psychosomatische Erkrankungen, Krebs etc.).

 

Zusätzlich bewertet die Gesellschaft das kindliche Verhalten mit Diagnosen sprich pathologischem Verhalten, um nicht das Wesen der Gesellschaft selbst infrage stellen zu müssen. 

Das heißt, das Opfer = Kind wird pathologisiert, weder die Eltern und am wenigsten die Gesellschaft und damit die Wurzel allen Übels!

Das ist ein absolutes gesellschaftliches Armutszeugnis.

 

 

 

Möglichkeiten einer persönlichen und gesellschaftlichen Heilung

Die Welt wird nicht bedroht von Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen. (A. Einstein).

 

Liebe in hochmodernen Gesellschaften verkommt zur verzerrten Ideologie, da jeder Mensch, dessen Selbst auf einer defizitären Struktur basiert, Stärke sucht, die auf Rollenklischees beruht.  

Die Folge ist ein liebloses künstliches Selbst, das zwar nach außen hin durchaus authentisch aussehen kann, sogar ähnlich einer festen Identität, oftmals letztlich aber nichts anderes ist als eine Identifikation mit Autoritätsmodellen, denen ein männlicher Heldenmythos angehängt wurde.

 

Die letztliche Hauptaufgabe liegt bei den Eltern und der reflektierten Verantwortungsübernahme im Hinblick auf ihre Erziehungsaufgabe. 

 

Idealerweise sollten sie in der Lage sein, ihr Kind zu einem selbstbestimmten Wesen mit Empathie- und Liebesfähigkeit zu erziehen.

 

Ein Einfühlungsvermögen beim Kind kann sich entwickeln wenn Eltern in der Lage sind, bei ihrem Kind, den Bedürfnissen des jeweiligen Kindes angemessen, adäquat auf dessen Gefühle von Leid, Schmerz, Angst und Wut einzugehen. 

 

Kinder müssen als Heranwachsende erkennen und aufhören, die Aggressoren, deren Wurzeln in der Erziehung liegen, zu unterstützen, ansonsten ergibt sich ein Kreislauf, und auf diese über Generationen getragene Weise gelangt immer wieder das Übel in die Welt.

 

Kinder müssen erfahren können, dass sie Leid, Schmerz, Trauer zulassen dürfen und diese Gefühle tatsächlich auch angemessen ausleben.

Auf diese Weise hören sie damit auf, ihr falsches (angepasstes) Selbst zu leben und ihr echtes Selbst zu leugnen!

 

Oft haben Kinder, die wenig oder keine echte Liebe erfahren haben, noch als Erwachsene Angst vor Nähe. 

Sie haben Liebe immer als Gefahr erlebt, da erfahrenes Verständnis von Liebe meist nur die Eigenliebe der Eltern war, keine echte, bedingungslose Liebe, die sich an der Individualität des Kindes orientiert, sondern ein narzisstisches Spiegelbild, das man dem Kind aufgedrängt hat. 

Entsprechend wichtig ist es dann, dass das heranwachsende Kind im Laufe seines Lebens erfährt, wenn nicht durch seine Eltern, dann durch andere selbstreflektierte, empathiefähige, liebende Menschen, was echte, bedingungslose Liebe bedeutet.

 

Dadurch kann neues Vertrauen in Menschen entstehen, Annäherung, Menschlichkeit, Vertrauen statt Rückzug und Feinddenken, wie es die Beziehung zu seinen Eltern ermöglichte.

 

Wichtig ist, dass es sich mit seiner Geschichte irgendwann vereinigt, sich versöhnt.

Ebenfalls wichtig ist es, dass das Kind / der Heranwachsende ein erweitertes Bewusstsein ausbilden kann; 

ein Gefühl der Verbundenheit mit allem Lebenden, bei dem alles miteinander vereint ist und alles voneinander abhängig ist.

 

Ein entstehendes echtes Mitgefühl für andere Menschen kann Wut und Hass auf diese infrage stellen.

 

Es beginnt idealerweise die kapitalistischen Werte zu hinterfragen und zu erkennen, dass Erfolg haben, Wettbewerb mit anderen, nichts erstrebenswertes ist, sondern damit gesellschaftlicher Gehorsam und Anpassung beginnen.

Entsprechend scheitern Revolten als gewünschte Möglichkeit der gesellschaftlichen Heilung so lange, wie sie sich grundsätzlich nicht gegen systemeigene Muster richten. Das geschieht weil Rebellen vorwiegend die inneren Werte, gegen die sie sich richten, selbst verinnerlicht haben. 

 

Und meist sind gegenwärtige Rebellionen Identifikation mit der Macht. Es geht darum, ein Stück der Macht zu erlangen, was kontraproduktiv ist. 

 

Das heißt also: 

Erst wenn man sein inneres Selbst gefunden hat und fähig ist zur Empathie, Autonomie und Verantwortung, können gesellschaftliche Bemühungen wirklich fruchtbar werden. 

Eine reale Erneuerung der Gesellschaft ist erst dann möglich, wenn Empathie die Grundlage bildet. 

 

Erst dann sind wahre Solidarität, Kooperation etc., insgesamt demokratische Werte, möglich, gelebt und weitergegeben zu werden.

 

Wichtig hierbei ist, dass Empathie und das mit ihr verbundene moralische Handeln nicht ausschließlich auf Leistungen des rationalen Denkens (E. Kant) beruhen,  sondern ebenfalls auf Leistungen des Gefühls. 

Rationalisierung der Moral kann man in der Wissenschaft und  Geschäftswelt beobachten: Dort gelten Kooperation und Altruismus durchaus als Mittel, allerdings  unter dem Stern von Profit und Wettbewerb, nämlich zum Ziel der Profitmaximierung und Wettbewerbssteigerung.

 

Was das alles mit unserem Umgang mit der Natur zu tun hat:

 

Erst dann, wenn wir in der Lage sind, unsere Mängel und Stärken zu reflektieren ...

uns selbst mit unseren Schwächen anzunehmen und die der anderen ebenso ...

wir Verantwortung für uns und unsere Umwelt (Natur) übernehmen ...

sind wir in der Lage, uns und andere zu lieben. 

Dann erst können wir frei werden und anderen auf ihrem Weg zur Freiheit eine Hilfe sein.

 

 

4. Hauptquellen

 

Sammelsurium bzw. gedankliche Erinnerungen an Werke von Arno Grün, Martin Buber und Erich Fromm sowie eigene Erfahrungswerte.


# 1  Fahrlässig. 

 Leise Schreie. Waldbrand. Collage. Jahr 2016.

 

Naturferne bzw. ein liebloser Umgang mit der Natur ist bei den meisten Menschen unserer modernen kapitalistischen Gesellschaft meiner Meinung nach die eigentliche Hauptursache, aus der sich der Aspekt der Fahrlässigkeit gegenüber der Natur ableiten lässt. 

 

Ein liebloser Umgang führt automatisch zu einer mangelnden Verantwortungsübernahme gegenüber der Natur.

Dieser Aspekt ist angesichts der steigenden Gefahr von Waldbränden noch relevanter geworden als er ohnehin schon ist.

 

 

INFO: 

https://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/waldbraende#textpart-3

Als Hauptursache für das Waldbrandgeschehen kann gemäß den Daten der Waldbrandstatistik fürs Jahr 2016 menschliches Handeln identifiziert werden [...].  

Fahrlässigkeit und Vorsatz (Brandstiftung) waren im Jahr 2016 für rund 49 Prozent (%) der Waldbrände in Deutschland ursächlich. 

 

Natürliche Ursachen, wie zum Beispiel Blitzschlag, waren hingegen nur für 2 % der Waldbrände der Auslöser. 

Bei rund 35 % der Waldbrände konnte die Ursache nicht geklärt werden.

 

https://www.gruene-bundestag.de/umwelt/deutschland-wird-waldbrandland.html

Die Waldbrände 2018 sind eine dringende Warnung: 

Deutschland wird Waldbrandland. 

Die Bundesregierung muss sich auf solche Situationen besser vorbereiten. 

 

Wegen der Klimakrise werden wir in Zukunft vermutlich häufiger Trockenheit, Waldbrandgefahr und auch Waldbrände erleben. 

Für den möglichen Fall großer Waldbrände braucht es ausreichende Spezialisten und eine gute Ausrüstung zum Beispiel mit Löschflugzeugen. Dafür braucht es Zusammenarbeit und Pläne auch auf Bundesebene.

Dazu gehören wichtige Vorsorgemaßnahmen wie Schutzstreifen und Waldbrandriegel sowie der Umbau von Monokultur-Nadelwäldern hin zu Mischwäldern, die weniger brandgefährdet und außerdem ökologisch viel vorteilhafter sind.

 

Neben der Gefahr für Leib und Leben und wirtschaftlichem Verlust ist es auch schlecht für Umwelt und Klima, wenn große Waldflächen den Flammen zum Opfer fallen. 

Denn der Wald leistet selbst einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. 

 

Es ist ein Teufelskreis: 

Weniger Wald bedeutet auch eine verschärfte Klimakrise und dadurch wiederum noch mehr Waldbrandgefahr.

# 2  Sklavin Natur. 

 

Sklavin des Kapitalismus. Gefesselt. Wirtschaftsfaktor Wald. Collage II. 

Jahr 2018.

 

So wunderschön und unbezahlbar es ist, sich in der Natur aufzuhalten, so frustrierend ist es, darüber nachzudenken, dass mittlerweile der Großteil unserer Natur von uns Menschen künstlich angelegt wird.  

Kaum etwas wird dabei dem Zufall überlassen. 

 

Die "Entholzung", sprachliche Verschnörkelung für Baumrodung zum Wirtschaftszwecke, wird uns Bürgern als etwas sehr positives verkauft, als notwendig und sogar dem einzelnen Waldgänger dienlich, indem ihm dadurch z.B. ein wunderschöner, freier Blick auf den Bach xyz gewährt wird. 

 

Die Argumente der Forstwirtschafts- und Jagdverwaltungen sind strategisch gut ausgefeilt. 

Und die meisten von uns sind so blöd bzw. naiv und lassen sich einwickeln.

 

Meine Collage, die Buchen zeigt, welche von einem Gewirr aus Stacheldrahtgeflecht verschlungen werden, soll sowohl das Problem der künstlich beschränkten Natur als auch den Aspekt des Einwickelns veranschaulichen. 

 

Die Tatsache, dass der Wald in Deutschland ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, und der Umstand, dass sich die meisten fachlichen Stellungnahmen der Landesforstverwaltungen und Aussagen von Politikern sowie anderen Interessensgruppen durch ein Schöngerede auszeichnen, und der Normalbürger somit von vorn und hinten betrogen und belogen wird, machen deutlich, dass es hier um sehr viel Geld geht, und, dass der Wert des Waldes mitsamt seinem Baum- und Wildbestand, der weit über den bloßen materiellen Nutzen hinausgeht, von breiten Teilen der modernen Forst- und Jagdwirtschaft längst zu einem Wirtschaftsfaktor verdinglicht, somit in seiner eigentlichen ursprünglichen Wertigkeit degradiert, und seine Ausbeutung auf diese Weise offiziell legitimiert wird.

 

Das Konzept einer vielseitigen Nutzbarkeit des Waldes ist demnach Augenwischerei und dient folglich der Ruhigstellung der Bürger.  

 

Dass kritische Einwände von bislang noch nicht weich gespülten Natur- und Tierschützern mit einem belustigten Lächeln oder diplomatisch geschickt verpackten Phrasen abgewehrt werden, was ich leider selbst persönlich erfahren durfte, wundert mich vor diesem Hintergrund nicht. Denn all das passiert ja schließlich im Sinne unserer "fortschrittlichen" kapitalistischen Gesellschaft, deren wirtschaftliche Rentabilität keinen Endpunkt bzw. deren Ausbeutung kein Ende zu kennen scheint.

 

Der Wald als Wirtschaftswald. 

Willkommen in der Realität.

 

 

INFO:

de.wikipedia.org/wiki/Forstwirtschaft

Die Nutzung und Weiterverarbeitung von Holz  und Holzprodukten ist in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In Deutschland waren im Jahr  2013 im Cluster Forst und Holz bei einem Umsatz von 177 Milliarden Euro rund 

1,1 Millionen Menschen beschäftigt.

 

wald-kaputt.de/wald-kaputt-hintergrund/12-deutschlands-forstwirtschaft-auf-dem-holzweg.html

[...] 

Zerwühlte Forstwege, malträtierte Waldböden, Kahlschläge und übermannshohe Holzpolter an den Wegerändern sind die fast überall wahrnehmbaren Zeichen eines untrüglichen „Paradigmenwechsels“ in der aktuellen Forstpraxis.

Geradezu Besorgnis erregend sind die Meldungen und Berichte von Naturschutzorganisationen aus nahezu allen Bundesländern.[...]

 

wald-kaputt.de/wald-kaputt-hintergrund/12-deutschlands-forstwirtschaft-auf-dem-holzweg.html

Das „Konzept“ der heutigen modernen Forstwirtschaft erweist sich als grundlegend falsch ausgerichtet. Es folgt der Diktion einer industriemäßigen Holzproduktion, die den wichtigsten Produktionsfaktor, die Natur, ausschaltet und durch vereinfachte, überschaubare „Betriebsstrukturen“ ersetzt, -und zwar überwiegend in Form von monotonen (gleichaltrigen), plantagen-ähnlichen Baumbeständen. „Massenbaumhaltung“ nennen das Kritiker.

 

Bevorzugt gepflanzt werden Holz-Arten, die in relativ kurzer Zeit größtmögliche Massenzuwächse erzielen, – mit ein Grund, weshalb heute auf 60 % der deutschen Waldfläche nur Fichten und Kiefern wachsen, deren natürliche Verbreitungsschwerpunkte eigentlich in Nord- und Osteuropa liegen! 

Unser Wald hat sich auf diese Weise zu einem Kunstgebilde und damit zu einem perfekten „Technotop“ mit grünem Anstrich gewandelt, in dem Laptop und Vollernter den Arbeitstakt diktieren. [...]" 

 

naturschutz-initiative.de/neuigkeiten/29-archiv-aktuelle-mitteilungen/114-hohe-verguenstigungen-fuer-windkraftfirmen

Rheinland-Pfalz hat Windkraftfirmen deutlich mehr finanzielle Rabatte auf Ersatzzahlungen für Eingriffe in die Natur gewährt als bislang bekannt. [...]  

 

Danach haben rheinland-pfälzische Landkreise zwischen 2010 und 2014 in 100 Fällen Rabatte von überwiegend 90 Prozent auf Ersatzzahlungen für Eingriffe in Natur und Landschaft gewährt. 

Dadurch gingen dem Land gemäß der vertraulichen Vorlage rund 13 Millionen Euro an zweckgebundenen Geldern für Naturschutzmaßnahmen verloren. 

In 367 Fällen gestatteten Kreise und kreisfreie Städte so genannte Realkompensationen, darunter versteht man Ausgleichsmaßnahmen in Natura wie beispielsweise das Anlegen von Streuobstwiesen oder Trockenmauern. 

Laut einer Schätzung könnten dem Land rund 54 Millionen Euro (!) an Ersatzzahlungen für Naturschutzmaßnahmen entgangen sein. [...]"

 

http://wald-kaputt.de/wald-kaputt-aktuelles.html

Der Landesbetrieb Hessen-Forst hat im Juli 2016 seinen so genannten "Nachhaltigkeitsbericht" veröffentlicht. Der rund 80-seitige Bericht besticht vor allem durch großformatige, bunte Bilder, die dem Leser eine "heile" Waldidylle vorgaukeln sollen.

 

Im Kontrast dazu steht die von Hessen-Forst angegebene Holzerntemenge im Staatswald.

Sie lag 2015 bei rund 2,0 Millionen Kubikmeter (ohne Rinde) und damit bei bedenklichen 91 Prozent der jährlichen Holzzuwachsmenge. 

Der Landesbetrieb betrachtet diese Nutzungsquote immer noch als "nachhaltig". 

Faktisch bedeutet dieser jährliche, massive Holzmassen-Entzug aber eine drastische Einschränkung der ökologischen Entwicklungspotenziale im Wald.

 

Zudem verkündet der Bericht stolz, dass mittlerweile mehr als 25.500 Hektar Wald als nutzungsfreie "Kernflächen" ausgewiesen wurden. 

Das sind gerade knapp NUR drei Prozent der Gesamt-Holzbodenfläche Hessens. 

Das Bundesland erfüllt damit weder das 5 %-Ziel der Biodiversitätsstrategie, noch das 

10 %- Ziel für nutzungsfreie Wälder im öffentlichen Besitz!  

 

Von den "grünen" Entscheidungsträgern, die diese Wald-Defizite zu verantworten haben, wird das von Hessen-Forst vorgelegte Zahlenwerk in höchsten Tönen gelobt.

 

Dafür herhalten muss der Schwarzstorch, dessen aktuelle Brutvorkommen im hessischen Wald als "Erfolg des Waldnaturschutzes" gefeiert werden (siehe Frankfurter Rundschau vom 23./ 24. Juli 2016). Tatsächlich hat sich der Bestand des Schwarzstorches, der in Hessen vor 35 Jahren als "ausgestorben" galt, seit 1982 wieder kontinuierlich erholt und ist in Hessen auf rund 70 Brutpaare angewachsen. 

Dieser positive Trend ist nach Expertenmeinung allerdings nicht etwa auf verbesserte Waldstrukturen (insbesondere Altholzstrukturen) zurückzuführen, sondern hauptsächlich durch einen allgemeinen Populationsdruck, der die Storch-Art aus ihren osteuropäischen Schwerpunkt-vorkommen zunehmend in potenzielle westeuropäische Brutgebiete drängt. 

Eine Rolle spielt dabei auch das verbesserte Nahrungsangebot (durch die Anlage von Teichen) und die Tatsache, dass der Waldstorch nicht mehr bejagt wird.

 

Das Beispiel Schwarzstorch zeigt einmal mehr, wie der Landesbetrieb Hessen-Forst einzelne Artenschutz-Erfolge zu seinem eigenen Vorteil instrumentalisiert und damit die Öffentlichkeit systematisch blendet wird.

# 3 Weißer Deckmantel. 

Täuschend Unschuld und Reinheit. Jahr 2017.

 

Bäume, von Schnee bedeckt. Durch den Schnee scheint alles unschuldig und rein. 

Eine Täuschung. Viele Bäume müssen durch die schonungslose Rodung im Rahmen der modernen Forstwirtschaft sterben. Und unzählige Wildtiere verloren durch die zuvor im Herbst statt findenden Großjagden ihr Leben.  

 

INFO:

www.finanzen.net/nachricht/rohstoffe/rohstoff-holz-wirtschaftsfaktor-holz-ueber-die-steigende-popularitaet-2541018

Aber selbst wenn derzeit kein Grund besteht, sich um den Wald und den heimischen Rohstoff Nummer 1 zu sorgen — Deutschland besitzt den größten Holzvorrat in Europa —, zeigt die öffentliche Aufregung eines ganz deutlich: 

Das Interesse an Holz ist heute so groß wie selten zuvor.

 

www.moscheik.de/de/infostermine/details/article/dass-foerster-keine-baummoerder-sind.html

Was nützt ein Baum der an sein Lebensende ankommt, dann im Wald verrottet und somit CO2 ausstößt? Dieser Baum wurde wahrscheinlich damals als "Erntebaum" ausgesät und kann nun seiner Bestimmung, der Holzproduktion, zugeführt werden.  

Beispiel dafür, dass Wald vorrangig Wirtschaftsfaktor ist. Entfremdung von der Natur. 

 

de.wikipedia.org/wiki/Forstwirtschaft

Der Förster, der seinen Beruf aus Liebe zur Natur ergriffen hat, ist heute „out“.

Gefragt sind in erster Linie brave „Fließbandarbeiter“, die sich nahtlos in den Prozess der maschinengerechten Holzmasse-Erzeugung eingliedern lassen. Wer nicht spurt, fliegt raus.

 

In den letzten Jahren haben die Landesforstbetriebe weit mehr als 10.000 Waldarbeiterstellen gestrichen." 

#4 Jäger und ihre Luder.

Luder direkt am Weg. Collage. Jahr 2017.

 

Zur Erklärung: Das Luder bezeichnet in der Jägersprache ein totes Tier, das zum Anlocken von Raubtieren (i.d.R. Füchse) verwendet wird. 

Das Luder wird an einem Luderplatz  ausgelegt, meist befinden sie sich in der Nähe von Hochsitzen, damit die Tiere direkt abgeknallt werden können.

 

Ich gehe eines schönen Wintertags auf einem normalen verschneiten Waldweg, noch nicht einmal tief im Wald, spazieren. Da sehe ich zu meiner Linken im rein-weißen Schnee eine Anhäufung blutiger Organe eines Wildschweins liegen, neben dran einen sauber mit einem Messer abgetrennten (wie pervers ist DAS denn?!) Vorderhuf des vermutlich selben armen Tieres. Überall Blut. 

Im Hintergrund kann ich die Hälfte eines Wildschweinkopfes ausmachen. 

 

Der Jäger hatte sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, das tote Tier vor den Blicken von Spaziergängern abzuschirmen. Wäre ein Kind dabei gewesen, hätte es, angesichts dieses Blutbades, vermutlich einen Schock erlitten. 

 

 

INFO:

https://www.peta.de/jagdirrtuemer

Es gibt etliche Lügen, die von vielen Jägern in der Öffentlichkeit gestreut werden, um ihre Aktivitäten zu rechtfertigen.

 

# Die Zahl der Wildtiere soll ohne die Jagd überhand nehmen?!

FALSCH.

Ohne die Jagd gäbe es sogar weniger Wildtiere. 

Wissenschaftlichen Studien zufolge bedingt eine intensive Bejagung das Anwachsen von Tierpopulationen:

 

1. Die Jagd zerstört Familienverbände und Sozialstrukturen und führt dazu, dass sich die Tiere unkontrolliert und losgelöst von ihrem natürlichen Fortpflanzungsrhythmus vermehren. 

 

2. Durch die intensive Bejagung sinkt die Lebenserwartung der Wildtiere drastisch. 

Dies hat eine frühzeitige Geschlechtsreife zur Folge, was die Geburtenrate ansteigen lässt. 

Weitere Untersuchungen belegen, dass Wildpopulationen nicht durch Beutegreifer, sondern durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten reguliert werden. (2) (3) (4)

 

# Die Jagd soll waidgerecht und fair zugehen?!

FALSCH.

Waldtiere werden bei Treib- und Drückjagden in Todesangst versetzt und vor die Flinte der Schützen getrieben oder heimtückisch aus dem Hinterhalt attackiert. 

Bei der grausamen Fallenjagd sterben viele Tiere durch schwere Quetschungen und Brüche einen qualvollen Tod. 

Bei der Baujagd spielen sich erbitterte Todeskämpfe zwischen Hund und Wildtier ab. 

 

Jagdhunde werden an lebenden, verstümmelten Enten oder in sogenannten Schliefenanlagen an eingesperrten Füchsen scharf gemacht, die eine entsetzliche Tortur erleiden müssen. 

Schliefenanlagen werden oft von Jägern eingesetzt, die Hundehaltern Hunde(jagd)training anbieten. 

 

Einmal im Visier der Jäger, gibt es für die Waldtiere kein Entkommen vor dem – oftmals qualvollen – Tod. 

Im Wald herrscht weitgehend Rechtsfreiheit, denn die „Waidgerechtigkeit“ ist ein undefinierter Begriff.

 

# Die Jagd soll zur Kontrolle von Krankheiten notwendig sein?!

FALSCH.

Die Jagd sorgt vielmehr für eine beschleunigte Ausbreitung von Krankheiten. 

Die Zerstörung stabiler Familienverbände führt nicht nur zu einem Anstieg der Geburtenrate, sondern auch zu vermehrten Wanderungen einzelner Tiere. Durch die Jagd haben sich Tollwut und andere Krankheiten ausgebreitet und konnten erst durch den Einsatz von Impfködern erfolgreich ausgemerzt werden (4). 

Um den regelrechten Vernichtungsfeldzug gegen Füchse zu rechtfertigen, haben Jäger dieser Tierart kurzerhand das Image eines Krankheitsüberträgers verpasst. Dies entbehrt jedoch jeder Grundlage, denn Deutschland gilt seit 2008 offiziell (!) als tollwutfrei und auch der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasiten Europas! (5) (6).

 

# Tiere sollen nicht leiden, wenn sie erschossen werden?

FALSCH.

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. sterben, vor allem bei der Drückjagd, bis zu 70 Prozent der Wildtiere nicht sofort (7). 

Nicht ohne Grund gibt es den Begriff der „Nachsuche“ für verletzte Tiere. 

Mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Innereien flüchten die Tiere, leiden oftmals tagelang unerträgliche Schmerzen und sterben einen qualvollen Tod.

 

# Jäger sollen tier- und naturliebende Menschen sein?!

FALSCH.

Wer Tiere quält und tötet, kann kaum als Tierfreund bezeichnet werden. 

Bei der Jagd geht es den allermeisten Jägern nicht um Arten- oder Tierschutz. 

Ihre Motivation schöpfen sie vor allem aus der Lust am Töten, dem damit verbundenen Machtgefühl sowie dem Sammeln von Trophäen. 

Nicht nur hunderttausenden Tieren wird jedes Jahr erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt, sondern auch mehrere Dutzend Menschen werden jährlich von Jägern verletzt und getötet. 

Nicht selten sind die Jäger alkoholisiert oder begehen Gewalttaten vorsätzlich, weil Spaziergänger sie angeblich bei der Ausübung ihres blutigen Hobbys stören.

 

# Jäger wollen „Wildschäden“ verhindern?

FALSCH. 

In einem natürlichen Wald entstehen keine nennenswerten „Wildschäden“. 

Lediglich in landwirtschaftlichen Monokulturen und in auf Profitmaximierung ausgerichteten Forsten haben Grundeigentümer und Landwirte ein wirtschaftliches Interesse daran, die Wildtierpopulationen zu dezimieren. 

Der andauernde Jagddruck macht die Tiere scheu und drängt das ursprünglich Graslandschaften bewohnende Rehwild tief in die Wälder, 

was DADURCH ERST die sogenannten „Wildverbisse“ an forstwirtschaftlichen Nutzflächen fördert (8).

 

# Die Jagd soll Wildunfällen vorbeugen?

FALSCH. 

Die Jägerschaft ist mitverantwortlich für Wildunfälle. 

Bei der Jagd, besonders bei großen Treibjagden, werden die Tiere aufgescheucht. Dabei flüchten sie und rennen in Todesangst um ihr Leben, dabei auch über Straßen und in Siedlungen. 

Zudem bedingt die Jagd durch den Abschuss von Leittieren, die in Rotten und Verbänden auf natürlichem Weg einer übermäßigen Vermehrungsrate entgegenwirken, das Anwachsen der Populationen (3). 

 

Durch regelmäßiges Zufüttern halten Jäger die Wildtierpopulationen künstlich hoch, um möglichst viele Abschüsse verbuchen zu können. Dies erhöht wiederum das Unfallrisiko.

 

# Der Fuchs soll für den Rückgang von Hase, Rebhuhn & Co.

    verantwortlich sein?

FALSCH. 

Für den Rückgang von Niederwild wie Rebhuhn und Hase sind weitgehend die industrielle Landwirtschaft und die intensive Bejagung verantwortlich (8). 

Zur Beute der Füchse zählen vor allem Mäuse sowie alte oder kranke Tiere (4). Trotz teils drastischer Populationsrückgänge wird Rebhühnern und Hasen vielerorts intensiv durch Jäger nachgestellt.

 

# Wildbret soll hochwertiges Bio-Fleisch sein?

FALSCH. 

Das sogenannte „Bio-Wildfleisch“ ist eine Verbrauchertäuschung. 

Regelmäßig werden krebserregende und nierenschädigende Bleirückstände gefunden, die die zulässigen Grenzwerte überschreiten (9). 

 

Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz stellt mangelhafte Wildbret-Hygiene durch erhöhte Keimbildung ein weiteres Problem dar (10). 

 

Auch das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte in einem Gutachten mehrfach davor, zu viel Wildbret zu essen, das mit Bleimunition erlegt wurde (11).

 

# Hunde und Katzen sollen eine Gefahr für die Wildtiere sein?

FALSCH. 

Keine seriöse Studie kann einen negativen Einfluss von Hunden und Katzen auf waldbewohnende Tierpopulationen oder auf seltene Tierarten belegen. 

 

Beim Töten von schätzungsweise jährlich 350.000 Haustieren geht es den Jägern nicht um Arten- oder Tierschutz, sondern lediglich um Beuteneid. 

 

Für die Tiere im Wald sind die Jäger selbst die größte Gefahr.

# 5 Versaute Jagdfreude.

 

Dickicht. Collage. Jahr 2015; 2017.

 

 

Ein Dickicht, dass wohl zu Jagdzwecken künstlich angelegt wurde (die Sträucher stehen in Reih und Glied und wachsen direkt vor einem Hochstand) wurde von mir von wild wachsendem und urwüchsigem Brombeer- Gestrüpp überwuchert und somit zu einer jagdunfreundlichen Collage verändert :-).  

 

 

INFO:

siehe #4

# 6  Müllwald. 

Naturverschmutzung. Müllentsorgungsstelle Wald. Dizzy. Schwindelig. Collage. Jahr 2017.

 

Naturferne bzw. ein liebloser Umgang mit der Natur ist bei den meisten Menschen unserer modernen kapitalistischen Gesellschaft meiner Meinung nach die eigentliche Hauptursache, aus der sich der Aspekt der Fahrlässigkeit gegenüber der Natur ableiten lässt. 

 

Ein liebloser Umgang führt automatisch zu einer mangelnden Verantwortungsübernahme gegenüber der Natur.

 

Angesichts einer neuen Müllhalde im Wald bei Hünstetten wird mir schwindelig vor Wut. 

Sie ist beseitigt worden, aber hin und wieder taucht neuer Müll auf.

 

 

INFO:

Ursachen der Waldvermüllung:

Fehlende Naturnähe / Naturliebe, mangelndes Verantwortungsgefühl.

Einsparen von Entsorgungskosten: In einigen Gemeinden ist der Sperrmüll kostenlospflichtig, sodass die Entsorgung von Haushaltsgeräten Kosten hervorruft. 

Bequemlichkeit: Lange Entsorgungswege. Oft ist der Wald einfach näher als die „offizielle“ Müllkippe.

Fehlende Aufklärung: Viele Menschen wissen nicht, dass es der Umwelt und somit früher oder später auch uns schadet, Müll in der Natur abzuladen.

 

Folgen:

Zunächst sind es vor allem Pflanzen und Kleinstlebewesen, die den Wildablagerungen zum Opfer fallen. Biotope können zerstört werden. Die Pflanzen bekommen kaum noch Licht und werden möglicherweise durch das Gewicht der Abfälle zerquetscht.

Pflanzliche Abfälle sind keinesfalls harmlos, sie führen zu Überdüngung der Wälder.

Durch Sonderabfälle gelangen Gifte ins Grundwasser. Wildtiere trinken es und können, wie die Menschen, die diese Wildtiere essen, erkranken oder sterben. 

Waldbrände. Glasmüll und Kippen im Wald ist einer der Hauptverursacher von Waldbränden. Im Durchschnitt gibt es pro Jahr in Deutschland etwa 1000 Waldbrände, größtenteils allerdings kleinerer Ausmaße. 2014 brannten aber dennoch immerhin 120 Hektar Wald ab! 

Tiere können sich an scharfen Kanten verletzten oder sich im Müll verheddern, dadurch, dass sie es mit Essbarem verwechseln, qualvoll daran ersticken.

# 7  Narzisstische Naturbeziehung I.

 Ästhetik des Grauens. Teil 3. Jahr 2017. 

Naturschutz, wo bist Du?

 

Völlig widersinnig, pervers, geldgierig:

Mensch zerstört die ursprüngliche Natur, um eine künstliche Natur herzustellen. 

Großparkplatz für Landesgartenschau SWA 2018. 

 

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/lokales/untertaunus/bad-schwalbach/an-der-b-260-laufen-vorbereitungen-fuer-bad-schwalbacher-gewerbegebiet-und-parkplatz_17750773.htm

BAD SCHWALBACH - (sus). 15.03.2017

Seit gut zwei Wochen läuft die Rodung des Gewerbegebietes „Ober der Hardt“ zwischen Bäderstraße und der Abfahrt nach Heimbach. 

Die Stadt hat wegen der knappen Zeit eine Verlängerung des vorgeschriebenen Rodungszeitraums bis Mitte März erwirkt. 

„Wir arbeiten mit Hochdruck“, so Bürgermeister Martin Hußmann. 

 

Das ist wichtig, weil das Areal auch als Großparkplatz für die Besucher der Landesgartenschau 2018 dienen soll. 

 

Dankbar sei man auch der Gemeinde Heidenrod, so Hußmann, auf deren Gemarkung die Ausgleichflächen aufgeforstet werden.

 

Wenn die professionellen Naturvermehrer und neuen Naturverbesserer (Baufirmen à la Ökoflächen-Management gGmbHs) ihre Bagger in die Landschaft schicken, wird abgerissen, weggeschaufelt und zerstört - damit alles wieder grün wird. Denn mit Renaturierungs-maßnahmen verdienen sie wesentlich mehr Geld als mit anderen Baumaßnahmen.

 

Es ist ein Ablasshandel mit der Natur:

Wer genug Geld hat, kann ohne Rücksicht auf Verluste irgendwo planen und dann Ökopunkte kaufen.

 

 

Die Natur hat für den kapitalistisch tickenden Menschen die Hauptfunktion, allein die menschlichen Bedürfnisse nach Konsum und Profit zu befriedigen. 

Die Natur hat für die meisten Menschen keinen Selbstzweck. 

Sie wird in der Regel nicht bedingungslos von Menschen geliebt.

 

Es ist eine narzisstische bzw. nutzenorientierte Liebe, wenn viele Menschen (auch “Naturschützer“) von Naturliebe sprechen, dabei das Geld anbeten oder aber nur an ihr Seelenheil denken (Blumen abrupfen, in freier Wildbahn lebende Tiere hochnehmen, im Naturschutzgebiet baden etc.).

 

INFO:

Die Profit-Sache mit den Ausgleichsflächen und Ökopunkten.

 

Ein Ökokonto dient seit etwa Ende der 90er Jahre der Flexibilisierung des Vollzugs der Naturschutz- bzw. baurechtlichen Eingriffsregelung. 

Heutige Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden dokumentiert und können in einen Flächenpool eingetragen werden. Die Flächen stehen bei späteren Eingriffen in Natur und Landschaft im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen zur Verfügung.

Das Ökokonto basiert auf den Rechtsgrundlagen des § 16 des Bundesnaturschutz- gesetzes sowie der §§ 18 Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit den §§ 1a und 200a des Baugesetzbuchs.

 

 

http://www.mitwelt.org/flaechenverbrauch-ausgleichsmassnahmen-oekokonto.html

Ökoprojekte werden nur deshalb in die Tat umgesetzt, weil mit ihnen Geld zu verdienen ist. 

 

Wenn Natur durch Baumaßnahmen oder anderes zerstört wird, dann soll diese Zerstörung zumindest "ausgeglichen" werden.

 

Der Idealfall sähe folgendermaßen aus:

Eine naturzerstörende Baumaßnahme wird geplant. 

Eingriffsregelung und Ausgleichsmaßnahmen bewirken:

 

Die naturzerstörende Baumaßnahme kann verhindert werden.

Die naturzerstörende Baumaßnahme kann nicht verhindert werden, die Naturzerstörung wird allerdings zumindest reduziert.

Anstelle der entwertenden Flächen werden möglichst ortsnah dauerhaft neue Naturflächen geschaffen.

 

Angesichts des enormen Flächenverbrauchs, der Zersiedelung und Naturzerstörung in allen Ballungsräumen in Deutschland, stellt sich die Frage, wo denn die vielen zerstörten, betonierten, denaturierten Naturflächen tatsächlich "ausgeglichen" und durch die Neuschaffung von Ersatznatur ersetzt werden?

Massiver politischer Widerstand gegen einen realen Flächenausgleich kommt nachvollziehbarer Weise von der mächtigen Landwirtschaftslobby, denn die Landwirte sind doppelt betroffen:

Einerseits schwinden ihre Flächen durch den Bauboom, anderseits sind landwirtschaftliche Monokulturen auch ideale Flächen, um Ersatznatur zu schaffen.

Dieser Druck einer starken Lobby führt bei den zuständigen Behörden dazu, dass der Ausgleich immer weniger in realen, neuen Naturflächen realisiert wird und dass manche Maßnahmen möglichst teuer und aufwändig geplant und realisiert werden, um mehr Landesmittel einstreichen zu können. 

Sinnvoller Ausgleich für Bauprojekte findet dadurch gar nicht erst statt.

genau dasselbe Prinzip wie bei den Landesfördermitteln für Energiefirmen zum Bau von Windkraftanlagen!

 

Planungsbehörden suchen immer verzweifelter nach möglichst teurem Ausgleich, der keine Fläche in Anspruch nimmt.

 

Das Geschäft mit Ökokonto und Ökopunkten vereinfacht den Bau von Straßen und Gewerbegebieten. Zwischenzeitlich gibt es eine richtige "Ausgleichsindustrie". 

Diese beruht ausschließlich auf kapitalistischen Interessen.

 

Die Zerstörung von Wald und Wiese wird durch die Priorität Profit meist eher befördert. 

 

Ökokonten schaffen letztlich oftmals keinen adäquaten Ausgleich für den tatsächlichen Eingriff.

# 8  Narzisstische Naturbeziehung II.

Ästhetik des Grauens. Teil 2. Jahr 2017. 

Naturschutz, wo bist Du?

 

 

Völlig widersinnig, pervers, geldgierig:

Mensch zerstört die ursprüngliche Natur, um eine künstliche Natur herzustellen. 

Großparkplatz für Landesgartenschau SWA 2018. I.

 

Wenn die professionellen Naturvermehrer und neuen Naturverbesserer (Baufirmen à la Ökoflächen-Management gGmbHs) ihre Bagger in die Landschaft schicken, wird abgerissen, weggeschaufelt und zerstört - damit alles wieder grün wird. Denn mit Renaturierungs-maßnahmen verdienen sie wesentlich mehr Geld als mit anderen Baumaßnahmen.

 

Es ist ein Ablasshandel mit der Natur:

Wer genug Geld hat, kann ohne Rücksicht auf Verluste irgendwo planen und dann Ökopunkte kaufen.

 

Die Natur hat für den kapitalistisch tickenden Menschen die Hauptfunktion, allein die menschlichen Bedürfnisse nach Konsum und Profit zu befriedigen. 

Die Natur hat für die meisten Menschen keinen Selbstzweck. 

Sie wird in der Regel nicht bedingungslos von Menschen geliebt.

 

Es ist eine narzisstische bzw. nutzenorientierte Liebe, wenn viele Menschen (auch “Naturschützer“) von Naturliebe sprechen, dabei das Geld anbeten oder aber nur an ihr Seelenheil denken (Blumen abrupfen, in freier Wildbahn lebende Tiere hochnehmen, im Naturschutzgebiet baden etc.).

 

 

INFO: 

siehe # 7

# 9  Ein Tag am Kieswerk.               

Schändung der Natur. Teil 2. Jahr 2017.

 

 

Heute habe ich das (Quarz-) Kieswerk Cramberg genauer unter die Lupe genommen, das (recht) gut von Blicken neugieriger Spaziergänger abgeschirmt ist.

Ein trauriger, gräuslicher und dennoch ästhetischer Anblick. 

 

In der Bundesrepublik gibt es derzeit rund 2120 Sand- und Kieswerke. 

Schwerpunkt sind die Fluss- und Nebenflussgebiete von Rhein, Main und Mosel, wo Kiesablagerungen schon sehr lange abgebaut werden. 

Probleme ergeben sich vor allem durch die Zerstörung der Landschaftsbildes und den hohen Flächenverbrauch. 

Ziel der Rohstoff-Wende ist eine Verringerung des Einsatzes von neu angebautem Sand und Kies im Baubereich

 

durch:

Einsatz von Recyclingbeton, 

längere Nutzung von Gebäuden durch mehr Sanierung statt Neubau, Förderung der Holzbau-Weise, Verringerung des Straßen-Neubaus. 

 

 

INFO:

http://www.fr.de/wirtschaft/rohstoffe-verschwenderisch-mit-ressourcen-a-1297596

In Deutschland werden laut Umweltbundesamt im Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Rohstoffe verbraucht – mineralische Ressourcen wie Sand, Kies und Zement, Metalle wie Eisen, Kupfer, Aluminium und Seltene Erde, aber auch nachwachsende Ressourcen wie Holz, Baumwolle oder Energie-Raps. 

Sand und Kies werden vor allem für den Bausektor gebraucht. In Deutschland wird schließlich kräftig gebaut.

 

Pro Bundesbürger sind das rund 16,2 Tonnen pro Jahr oder 44 Kilogramm pro Tag. 

 

Zwei Drittel der Rohstoffe werden dabei importiert. Wegen des hohen Importanteils werden viele Probleme jedoch ins Ausland verlagert.

 

Das zeigt: Deutschland hat nicht nur einen zu großen CO2-Fußabdruck, der dringend verringert werden muss – wofür die Bundesregierung einen Klimaschutzplan bis 2050 aufgestellt hat. 

Es gibt auch einen Rohstoff-Fußabdruck, der das zuträgliche Maß weit überschreitet. 

 

Die negativen Folgen der Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe sind vielfältig. 

Im Inland geht es zum Beispiel um die Zerstörung von Naturlandschaften etwa für den Kiesabbau oder Umweltschäden durch Reststoffe aus der Kalisalz-Gewinnung. 

# 10  Goldrausch.

Herbstlaub. Jahr 2017.

 

 

Auf dass wir Menschen es alle einmal begreifen werden, dass ein Berauschtwerden von der Unverfälschtheit und Reinheit einer von Menschen unverkünstelten Natur unendlich mal wertvoller ist als alles Geld und Gold dieser Erde.

 

Nirgendwo fühle ich mich sicherer, so angenommen und geborgen, wie allein, mitten in der heilsamen Umgebung des Waldes. Die Bäume spenden mir Schutz vor Regen, sie geben mir Halt wenn ich mich anlehnen möchte um meine Augen zu schließen und die Stimmen der Natur auf mich wirken zu lassen.

 

Ich spüre ihre positive Energie durch meinen gesamten Körper fließen. Welch ein Geschenk!

 

Jedes Mal, wenn ich erlebe, wie ein Baum nach dem anderen, massenweise, von Menschenhand gelenkten Harvestern gewaltsam abgeholzt, ihre Rinde durch tiefe Einschnitte blutend,  seufzend und krachend zu Boden fallen, um dem Wirtschaftssystem des Menschen zugeführt zu werden, fühle ich mich wie wenn ich Schützlinge von mir im Stich gelassen hätte, weil ich stillgehalten habe als sie durch Menschenhand getötet wurden.

 

In solchen Augenblicken schäme ich mich unsäglich dafür ein Mensch zu sein.