Hochsensibilität ist meine Stärke!


Definitionsbeschreibungen von Hochsensibilität


Die US-amerikanische Psychotherapeutin Elaine N. Aron definierte 1997 erstmals den Begriff "Highly Sensitive Person" (HSP) auf Grundlage ihrer Forschungsarbeiten zur Sensitivität, wobei sie unter Sensitivität die Empfindsamkeit eines Menschen gegenüber äußeren und inneren Reizen verstand. 

 

Aaron stellte fest, daß es sich bei Hochsensibilität nicht um eine Störung oder Krankheit handelte, sondern um ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal bzw. um eine höhere Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsmerkmals Sensitivität.

Sie beobachtete, daß hochsensible Menschen ihre Umwelt auf allen Ebenen und mit allen Sinnen verstärkt wahrnahmen, was ihnen sehr intensive Erfahrungen und Kompetenzen ermöglichte.  


Gefahr einer Fehldiagnose durch Küchenpsychologen  


Beim Konstrukt Hochsensibilität ist es wichtig, hochsensible Erscheinungsformen gegenüber psychischen Krankheiten abzugrenzen (wie z.B. der Borderline-Erkrankung und der Narzisstischen Persönlichkeitsstörung) und die Unterscheidung zwischen Hochsensibilität und Hochempfindlichkeit hervorzuheben.

 

Eine Abgrenzung ist heute besonders wichtig. 

Nicht nur, weil das Thema Hochsensibilität seit einigen Jahren zu einem regelrechten Hype um ein fast schon willkürlich gehandhabtes Phänomen mutiert ist, oder, weil jeder 2. meint, hochsensibel oder und hochbegabt sein zu müssen, da es sich schick anhört; sondern, weil die frei verfügbare Informationsvielfalt via Internet & Co. eine Unmenge an Küchenpsychologen erzeugt; welche sich anmaßen, in diagnostischen Angelegenheiten mitmischen zu können, was fatale Folgen haben kann. 

Ähnliches gilt für das Thema Hochbegabung.

Eine Diagnose sollte man tatsächlich denjenigen unter den Ärzten, Psychologen oder Psychiatern überlassen, die sich in diesem Bereich spezialisiert haben! 

 

Tatsache ist: Die Hochsensibilität ist laut Forschungsergebnissen angeboren, während die Hochempfindlichkeit durch Traumata erworben wird (Bsp. Borderline-Erkrankungen). 

 

Da ein überreiztes Verhalten eines HSP auf den ersten Blick ganz ähnlich aussehen kann wie das Verhalten einer Person mit einer Borderline-Problematik, passiert es nicht allzu selten, daß Hochsensibilität bei Menschen, die eine Posttraumatische Belastungsstörung erworben haben, mit einer Borderline-Erkrankung verwechselt wird. 

Wenn so etwas in Institutionen mit Deutungshoheit geschieht, kann eine falsche Diagnose schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben!

Gerade dort müssten unbefugte Berufsinhaber, die Küchenpsychologie betreiben und willkürlich psychologische Profile und medizinische Diagnosen erstellen, von Kontrollinstanzen auf ihre ursprünglichen Aufgaben und Funktionen hin begrenzt werden! Doch nicht immer und auch nicht überall scheint es kontrollierende Instanzen zu geben.

  

Noch nicht einmal Pädagogen und Psychologen ohne Spezialisierung und erst recht keine pädagogischen Mitarbeiter ohne pädagogische Grundausbildung dürfen willkürlich psychologische Persönlichkeitsprofile von Klienten erstellen; aus denen sie dann auch noch medizinische Diagnosen ableiten, wenngleich auch "nur" inoffiziell.

In erster Linie sind dafür nur spezialisierte Psychiater und eigens dafür ausgebildete Psychologen/ Psychotherapeuten berechtigt. 

Deren aufwändige und zeitintensive Zusatzqualifikation auf eine einzige Fortbildung für pädagogische Mitarbeiter herunterzubrechen und auf Klienten anzuwenden, das ist jedenfalls völlig verantwortungslos und anmaßend.

 

Ich rate deshalb gerade spät entdeckten Hochsensiblen, die durch langjährige Erfahrungen mit einem normal oder wenig sensiblen Umfeld bereits frühzeitig psychosomatische Probleme erwarben, ihre medizinischen Unterlagen nicht an jede Behörde weiterzuleiten, ebenso wenig an Einrichtungen, die diesen zuarbeiten. 

Oder sich zumindest vorher rechtlichen Rat einzuholen, um dem möglichen Vorwurf einer mangelhaften Mitwirkung entsprechend entgegen zu treten. 

Insbesondere bei seelischen bzw. psychosomatischen Problemen besteht erhöhte Mißbrauchsgefahr!

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Merkmale von Hochsensibilität


Zu den Merkmalen von Hochsensibilität zählt ein verstärktes Wahrnehmen umweltbezogener Details, ein intensiveres Verarbeiten von Sinnesreizen, stärker ausgeprägte Gefühlsreaktionen und eine schnellere Überforderung durch äußere Reize. Die Bandbreite möglicher Erscheinungsformen von Hochsensibilität ist dabei sehr, sehr groß.

 

Die Angaben zur Häufigkeit variieren. Man geht davon aus, daß ca. 20 % aller Menschen hochsensibel sind.

Als Ursachen werden genetische Veranlagung und eine veränderte Aktivität verschiedener Hirnstrukturen und Umwelteinflüsse vermutet.

 

Durch die verstärkte Reizaufnahme und ihre tiefere Verarbeitung ergeben sich u.a. Charaktereigenschaften wie Introversion und intensives Erleben zwischenmenschlicher Beziehungen. In dem Zusammenhang spricht man bei Hochsensibilität auch von einer sozialen Hochbegabung.

 

Weitere häufig vertretene Merkmale sind (in unterschiedlich starker individueller Ausprägung):

 

+ eine ausgeprägte Empathie

+ eine hohe Sensibilität

+ Zuverlässigkeit

+ Gewissenhaftigkeit

+ eine sehr gute Beobachtungs- und Kombinationsgabe 

+ eine spirituelle Ausrichtung

+ ein stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn

+ eine hohe Intuition

+ eine ausgeprägte Kreativität & ein guter Sinn für Ästhetik 

+ Synästhesie (= angeborene Eigenart der Wahrnehmung von Sinnesreizen)

+ ein Fokus, der auf Achtsamkeit und eine ganzheitliche Wahrnehmung gerichtet ist.

 

Als hochsensible Künstlerin, Pädagogin und Tierbetreuerin kommen mir diese Merkmale sehr zugute. 

Und meinen tierischen und menschlichen Klienten auch!

 

Von daher nehme ich meine Hochsensibilität, trotz einiger sozialer Widerstände, als große Stärke wahr, die ich sehr gern für meinen Dienst an anderen Lebewesen einsetze.

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